Stand: · Quellen (3) · redaktionell recherchiert, keine Produkttests
- Der Stubenwagen ist die kleinste und je nach Modell beweglichste Lösung für die ersten Monate, das Beistellbett wird nach Anleitung am Elternbett angebracht, das Babybett braucht den meisten Platz und wird am längsten genutzt.
- Wie lange ein Modell nutzbar ist, steht in der Anleitung; das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit schreibt, Stubenwagen und Wiege würden je nach Größe des Kindes nach spätestens sechs Monaten zu klein.
- Alle Bauformen brauchen dieselbe Schlafumgebung: Rückenlage, feste Matratze, nichts Loses.
Nach welchen Kriterien wir vergleichen
Die Reihenfolge ergibt sich aus Situation, Platzbedarf und Handhabung; es gibt keine bezahlte Platzierung. Wir vergleichen die drei Bauformen anhand von fünf Fragen, die sich aus dem Alltag ergeben: Wie viel Fläche belegt das Bett? Lässt es sich bewegen? Wie steht es zum Elternbett? Wie lange kann man es nutzen? Was passiert mit der Matratze? Wir vergeben keine Noten und sagen nicht, eine Bauform sei besser als eine andere. Welche passt, hängt von Ihrer Wohnung ab.
Für alle drei gilt eines: Die Zahlen zu Maßen, Nutzungsdauer und Tragkraft stammen vom Hersteller Ihres Modells und stehen in dessen Anleitung. Wir nennen sie nicht allgemein, weil eine allgemeine Zahl für ein bestimmtes Bett falsch sein kann.
| Kriterium | Stubenwagen | Beistellbett | Babybett |
|---|---|---|---|
| Fläche im Zimmer | gering | mittel, steht neben dem Elternbett | hoch |
| Im Raum bewegbar | je nach Modell (Rollen oder Kufen mit Feststeller) | nein, wird angebracht | nein |
| Anbringung am Elternbett | nein | ja, nach Montageanleitung des Herstellers | nein |
| Nutzungsdauer | laut Hersteller, am kürzesten | laut Hersteller | laut Hersteller, am längsten |
| Preisklasse | je nach Modell sehr unterschiedlich | je nach Modell sehr unterschiedlich | je nach Modell sehr unterschiedlich |
Der Stubenwagen
Ein Stubenwagen ist ein kleines Bett für Neugeborene, das ohne Befestigung auskommt: Er steht auf einem Gestell, auf Kufen oder auf Rollen, und je nach Modell lässt er sich im Raum verschieben. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit schreibt: „In den ersten Lebenswochen und -monaten ist ein Neugeborenes in einer Wiege oder einem Stubenwagen bestens aufgehoben.“ Der Satz ist die Stärke und zugleich die Grenze dieser Bauform: bestens aufgehoben für die erste Zeit, danach zu klein.
Dafür spricht
- Braucht wenig Fläche und lässt sich je nach Modell von Zimmer zu Zimmer stellen.
- Steht ohne Befestigung neben dem Elternbett und lässt sich leicht anders aufstellen.
- Eignet sich gut für die erste Zeit, in der das Kind noch klein ist.
Dagegen spricht
- Nutzungsdauer laut Hersteller begrenzt; danach ist ein weiteres Bett nötig.
- Beweglichkeit verlangt einen funktionierenden Feststeller und einen ebenen Boden.
- Nicht jedes Modell lässt sich in der Höhe einstellen oder am Elternbett befestigen.
Das Beistellbett
Das Bundesinstitut beschreibt Beistellbetten als kleine Babybetten für das Elternbett, die dem Baby einen eigenen Schlafplatz in unmittelbarer Nähe geben. Damit ist die Idee gut gefasst: Das Baby schläft im eigenen Bett, aber in unmittelbarer Nähe. Ob und wie sich ein Beistellbett mit Ihrem Elternbett kombinieren lässt, regelt die Montageanleitung des Herstellers; Höhe, Rahmen und Bauart des Elternbetts spielen dabei eine Rolle. Eine allgemeine Anleitung gibt es dafür nicht, und Eigenbauten aus Gurten oder Bändern sind keine Option. Ausführlich steht das auf den Seiten zum Beistellbett und zur Anbringung am Elternbett.
Dafür spricht
- Das Baby hat einen eigenen Schlafplatz in unmittelbarer Nähe der Eltern.
- Steht fest, ist je nach Modell in der Höhe einstellbar.
- Manche Modelle lassen sich später auch freistehend nutzen, wenn die Anleitung das vorsieht.
Dagegen spricht
- Passt nur zu Elternbetten, die laut Anleitung geeignet sind.
- Befestigung und Höhenabgleich verlangen sorgfältiges Arbeiten nach Anleitung.
- Nicht bewegbar; das Bett bleibt, wo das Elternbett steht.
Das Babybett
Das klassische Gitterbett ist die Lösung für die längere Zeit. Es braucht deutlich mehr Fläche als ein Stubenwagen oder Beistellbett und wird von vielen Familien deshalb erst nach der ersten Zeit angeschafft. Wer es von Anfang an nutzt, richtet es nach denselben Empfehlungen ein wie die kleineren Betten. Das Bundesinstitut rät, die Matratze möglichst gemeinsam mit dem Bett auszusuchen, damit sie genau hineinpasst und nicht rutscht. Das Bett wird nicht mit weichen Materialien verkleinert.
Dafür spricht
- Die Nutzungsdauer ist laut Hersteller länger als bei Stubenwagen und Wiege.
- Größere Liegefläche; der Bettboden ist je nach Modell höhenverstellbar.
Dagegen spricht
- Braucht im Schlafzimmer deutlich mehr Platz.
- Steht nicht am Elternbett, sondern frei im Raum.
Welche Situation spricht für welche Bauform?
Kleines Schlafzimmer, wenig Platz. Ein Stubenwagen belegt meist die kleinste Fläche. Messen Sie den Platz neben dem Elternbett aus, bevor Sie bestellen, und vergleichen Sie mit den Außenmaßen.
Das Baby soll nah am Bett der Eltern liegen. Dafür sind Stubenwagen und Beistellbett gedacht. Beim Beistellbett kommt es auf das Elternbett an, beim Stubenwagen auf den Platz daneben. Ein Babybett lässt sich ebenfalls neben das Elternbett stellen, braucht dafür aber mehr Raum.
Wechselnde Schlafzimmer. Wer häufiger zwischen Zimmern wechselt, etwa im Haus mit mehreren Etagen, findet bei einem beweglichen Stubenwagen Vorteile. Das gilt nur, wenn der Feststeller zuverlässig arbeitet. Siehe Stubenwagen schaukelt zu stark oder nicht.
Zweites Kind oder weitergegebenes Bett. Gebrauchte Betten sind eine übliche Quelle für die erste Schlafstelle. Das Bundesinstitut schreibt, ein Babybett könne gebraucht günstig erworben werden, es solle aber allen Sicherheitsanforderungen genügen; die Matratze sollte neu sein. Siehe Checkliste Gebrauchtkauf.
Lange Anschaffung gewünscht. Wer nur eine Anschaffung tätigen will, schaut auf Beistellbett oder Babybett, deren Nutzungsdauer laut Hersteller länger ist. Die Zahlen finden Sie in der Anleitung und auf der Produktseite des Herstellers.
So messen Sie den Platz im Schlafzimmer
Bevor Sie sich für eine Bauform entscheiden, lohnt eine einfache Messung, die wenig Zeit kostet. Messen Sie erstens den freien Platz neben dem Elternbett: Länge entlang des Betts und Tiefe bis zur nächsten Wand oder zum nächsten Möbelstück. Messen Sie zweitens die Wege: Der Stubenwagen soll nicht im Weg zur Tür oder zum Fenster stehen. Messen Sie drittens die Türbreiten, wenn der Wagen später in ein anderes Zimmer soll. Notieren Sie die Werte und halten Sie sie neben die Außenmaße in der Produktbeschreibung.
Achten Sie dabei auf die Außenmaße, nicht nur auf die Maße der Liegefläche. Ein Stubenwagen mit Gestell, Rollen oder Kufen kann deutlich mehr Platz belegen, als die Matratze vermuten lässt. Bei einem Beistellbett kommt hinzu, dass es am Elternbett befestigt wird: Dort entscheidet die Montageanleitung, ob Ihr Bett infrage kommt. Beim Babybett schließlich spielen die Gitter und das Öffnen der Seitenwand eine Rolle. Wer vorher misst, vermeidet die häufigste Enttäuschung: dass der gewählte Schlafplatz zwar schön ist, aber nicht neben das Bett passt.
Die Gesamtkosten im Blick
Zum Bett kommt weiteres Zubehör, das Sie in jedem Fall brauchen: eine passende Matratze, falls sie nicht dabei ist, ein oder zwei Spannbettlaken und ein Schlafsack. Bei einem Stubenwagen kommt später ein weiteres Bett hinzu, bei Beistellbett und Babybett nicht unbedingt. Rechnen Sie deshalb die Gesamtkosten und nicht nur den Preis des Bettes. Preise nennen wir hier nicht, weil sie sich ändern; auf den Übersichtsseiten erscheinen sie nur mit Datum und maßgeblich ist der aktuelle Preis beim Händler.
Die Schlafumgebung bleibt gleich
Egal wofür Sie sich entscheiden: Die Empfehlungen der Fachstellen zur Schlafumgebung gelten für alle Bauformen. Das Baby liegt auf dem Rücken, die Matratze ist fest und eben, es gibt keine Kissen, Nestchen, Decken oder Felle, der Schlafsack ersetzt die Zudecke. Als Ort nennen die Fachstellen das Schlafzimmer der Eltern, mit eigenem Bett für das Baby. Nachlesen können Sie das unter Schlafen im ersten Lebensjahr, die Schritte stehen auf der Seite Stubenwagen einrichten.
Die passende Matratze finden Sie über die Seite Matratze für den Stubenwagen. Dort steht auch, wie Sie Maße und Passform prüfen.
Häufige Fragen
Brauche ich zusätzlich zum Stubenwagen noch ein Babybett?
In der Regel folgt auf den Stubenwagen ein Beistellbett oder Babybett, weil der Stubenwagen nur für die erste Zeit gedacht ist. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit schreibt, dass Stubenwagen und Wiege je nachdem, wie groß das Kind ist und wie schnell es wächst, nach spätestens sechs Monaten zu klein werden. Maßgeblich für Ihr Modell ist die Anleitung des Herstellers.
Kann ich ein Beistellbett ohne Stubenwagen nutzen?
Ja, wenn Sie Platz am Elternbett haben und das Beistellbett nach der Anleitung des Herstellers zu Ihrem Bett passt. Das Beistellbett ersetzt in diesem Fall den Stubenwagen als erste Schlafstelle. Wie es befestigt wird, regelt die Montageanleitung.
Welche Bauform braucht die kleinste Fläche?
Der Stubenwagen belegt meist die kleinste Fläche, das Babybett die größte. Das hängt vom Modell ab; messen Sie den vorgesehenen Platz und vergleichen Sie mit den Außenmaßen in der Produktbeschreibung.
Ändert die Bauform etwas an der Einrichtung?
Nein. Für alle drei Varianten gelten dieselben Empfehlungen der Fachstellen: Rückenlage, feste und ebene Matratze, nichts Loses im Bett, Schlafsack statt Decke und das eigene Bett im Schlafzimmer der Eltern. Mehr dazu auf der Seite Schlafen im ersten Lebensjahr.
Muss ich die Matratze neu kaufen, wenn ich das Bett gebraucht übernehme?
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, beim Kauf eines gebrauchten Bettchens die Matratze neu zu kaufen. Mehr dazu in der Checkliste für den Gebrauchtkauf.
Diese Seite ist eine allgemeine Information nach anerkannten Empfehlungen öffentlicher Stellen und Fachgesellschaften (siehe Quellen). Sie ersetzt weder die Gebrauchs- oder Montageanleitung Ihres Produkts noch die Beratung durch Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme. Im Zweifel gilt die Anleitung des Herstellers; bei Unsicherheit den Stubenwagen nicht benutzen, bis die Frage geklärt ist.