Stand: · Quellen (7) · redaktionell recherchiert, keine Produkttests
Orientierung nach anerkannten Empfehlungen, ersetzt keine Beratung durch Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme. Maßgeblich für Ihr Produkt ist immer die Gebrauchsanleitung des Herstellers.
- Fachstellen nennen für das Schlafzimmer etwa 18 °C: Das Bundesinstitut spricht von 18 °C als optimal, das Landesamt Bayern von „nicht wärmer als ca. 18 °C“, Baden-Württemberg und Berlin von 16 bis 18 °C.
- Ob es dem Kind zu warm ist, prüfen Sie laut Bundesinstitut zwischen den Schulterblättern: Die Haut soll warm sein, nicht verschwitzt.
- Ein Thermometer zeigt die Raumtemperatur; wie warm es dem Kind ist, zeigt nur die Kontrolle am Kind.
Die Angaben der Fachstellen
Eine einzige, feste Zahl gibt es nicht, aber die Angaben liegen nah beieinander. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit schreibt an zwei Stellen: „Die optimale Raumtemperatur fürs Schlafen liegt bei 18 Grad Celsius“, und an anderer Stelle sinngemäß dasselbe als „ideale Raumtemperatur beim Schlafen“. Die ärztliche Leitlinie zur Prävention des Plötzlichen Säuglingstods nennt ebenfalls 18 °C. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit formuliert als Obergrenze: „Das Schlafzimmer sollte auch im Winter nicht wärmer als ca. 18 °C gehalten werden.“ Die Elternbroschüren aus Baden-Württemberg und Berlin nennen 16 bis 18 °C; in Baden-Württemberg lautet der Satz: „Raumtemperaturen von 16 bis 18 °C sind zum Schlafen optimal.“
| Stelle | Angabe | Charakter der Aussage |
|---|---|---|
| Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit | 18 Grad Celsius | optimale bzw. ideale Raumtemperatur |
| Ärztliche Leitlinie (AWMF) | 18 °C | als optimal bezeichnet |
| LGL Bayern | nicht wärmer als ca. 18 °C | Obergrenze, auch im Winter |
| Baden-Württemberg (Broschüre) | 16 bis 18 °C | zum Schlafen optimal |
| Berlin (Informationsblatt) | 16 bis 18 °C | Orientierung |
Was die Abweichung bedeutet
Die Zahlen unterscheiden sich im Detail: einmal ein Wert, einmal eine Obergrenze, einmal eine Spanne. Wir wählen keine der Angaben als „richtig“ aus, sondern nennen sie alle. Für den Alltag heißt das: Das Schlafzimmer des Babys soll nach diesen Stellen nicht überheizt sein, und der Bereich um 18 °C ist die Zahl, an der sich die Fachstellen orientieren. Wie sich die Temperatur in Ihrer Wohnung tatsächlich verhält, hängt von Heizung, Himmelsrichtung und Lüftung ab und lässt sich nur messen, nicht schätzen.
Hersteller von Schlafsäcken und Zubehör geben gelegentlich eigene Temperaturbereiche an. Das sind Produktangaben, keine Empfehlungen der Fachstellen. Wenn beide Angaben nicht zusammenpassen, gelten die Empfehlungen der Fachstellen für die Raumtemperatur; die Produktangabe hilft allenfalls, die Kleidung unter dem Schlafsack zu wählen. Entscheidungen für ein einzelnes Kind treffen Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme.
Zu warm erkennen: die Kontrolle am Kind
Das Bundesinstitut schreibt: „Ob es Ihrem Kind zu warm oder zu kalt ist, prüfen Sie am besten zwischen den Schulterblättern des Kindes.“ Die Haut dort soll warm, aber nicht verschwitzt sein. Das Landesamt Bayern nennt eine zweite Stelle: „Wenn das Baby im Nackenbereich schwitzt, ist die Umgebung zu warm.“ Beide Aussagen ergänzen sich. Wir bleiben bei diesen beiden Stellen, weil die Quellen keine weiteren nennen.
Zur Kleidung gibt das Bundesinstitut zwei Hinweise: Ziehen Sie Ihrem Kind zu Hause und vor allem im Bett niemals ein Mützchen auf, und wickeln Sie das Baby vor dem Schlafen nicht fest ein. Beides betrifft die Überwärmung und nicht die Frage, welche Kleidung im Einzelnen zur Temperatur passt. Tabellen mit Kleidungsempfehlungen gibt es von Herstellern, nicht von den Stellen, auf die wir uns stützen; wir veröffentlichen deshalb keine.
Fühlt sich das Kind heiß oder auffällig kühl an, schwitzt es stark oder wirkt es krank, ist das keine Frage der Raumtemperatur, sondern eine für Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme. Diese Seite gibt dazu keine Einschätzung.
Temperatur messen
Ein Raumthermometer macht die Zahl sichtbar, um die es geht. Es ist ein Messgerät und kein Schutz; es zeigt nur, was im Zimmer herrscht. Stellen Sie es dort auf, wo der Stubenwagen steht, nicht an der Heizung oder am Fenster und nicht direkt neben dem Kind. Nach einer Änderung der Heizung dauert es eine Weile, bis die Anzeige stimmt. Hersteller geben die Genauigkeit zum Teil nicht an. Wer es genau wissen will, vergleicht zwei Geräte im selben Raum und achtet auf größere Abweichungen.
Ein Thermometer für Babyzimmer muss nicht eigens als solches verkauft werden; jedes Raumthermometer, dessen Anzeige Sie ablesen können, erfüllt den Zweck. Im Handel gibt es Geräte mit zusätzlicher Anzeige für die Luftfeuchtigkeit. Dazu geben die Quellen, auf die wir uns stützen, keine Zahlen, und wir nennen deshalb keine.
Lüften
Zum Lüften schreibt das Bundesinstitut, man solle „regelmäßig für wenige Minuten bei vollständig geöffnetem Fenster“ lüften; Dauerlüften bei gekipptem Fenster könne Schimmelbildung fördern. Im Winter bedeutet das: kurz und kräftig lüften, danach schließen. Wenn Sie lüften, während das Baby im Zimmer ist, achten Sie darauf, dass der Stubenwagen nicht im Durchzug steht. Das Bundesinstitut nennt Zugluft ausdrücklich, „insbesondere nicht am Kopf“.
Nachts und über den Tag
Die Temperatur im Schlafzimmer ist nicht den ganzen Tag gleich. Sie sinkt nachts, wenn die Heizung heruntergeregelt wird, und steigt im Lauf des Tages, wenn Sonne oder Heizkörper wirken. Lesen Sie das Thermometer deshalb nicht nur einmal ab, sondern zu verschiedenen Zeiten, bevor Sie beurteilen, wie sich Ihr Zimmer verhält. Das gilt besonders in der ersten Zeit, in der Sie Zimmer, Heizung und Stubenwagenstandort kennenlernen. Nach einigen Tagen wissen Sie, ob die Werte stimmen.
Der Standort bestimmt die Temperatur mit
Der Stubenwagen soll laut Bundesinstitut nicht am Heizkörper und nicht in der direkten Sonne stehen. Beides erwärmt den Platz stärker, als das Thermometer an der gegenüberliegenden Wand anzeigt. Wenn die Sonne im Tagesverlauf in das Zimmer scheint, schauen Sie nach, ob sie den Schlafplatz trifft, und stellen Sie den Stubenwagen gegebenenfalls um. Weitere Hinweise zum Aufstellen stehen auf der Seite Stubenwagen einrichten.
Empfinden die Eltern das Zimmer als kühl, ist das kein Grund, die Temperatur über die Angaben der Fachstellen zu heben. Maßstab ist das Kind, nicht das Wohlbefinden der Erwachsenen; wärmere Kleidung für die Eltern ist die einfachere Lösung.
Wärmequellen im Stubenwagen selbst
Die Raumtemperatur ist nur ein Teil des Bildes. Mehrere Quellen warnen davor, dass sich Wärme im Bett selbst staut. Das Bundesinstitut spricht davon, dass das Bettchen nicht mit weichen oder bauschigen Materialien verkleinert werden sollte, die einen Wärmestau verursachen könnten, und rät, auf Wärmflaschen, Heizkissen, dicke Bettdecken, Felle und Nestchen zu verzichten. Die Broschüre aus Baden-Württemberg schreibt zur wasserdichten Unterlage: „Sie ist zugleich luftundurchlässig und kann deshalb ebenfalls zur Überwärmung führen.“ Dazu kommt die Kleidung: keine Mütze im Haus, kein festes Einwickeln.
Diese Liste ist kein Zufall. Sie zeigt, dass die Fachstellen bei der Überwärmung nicht nur auf die Zahl am Thermometer schauen, sondern auf alles, was das Kind zusätzlich wärmt oder umhüllt. Wer den Stubenwagen nach den Empfehlungen einrichtet, vermeidet die meisten dieser Wärmequellen automatisch. Die Seite Nestchen, Kissen, Kuscheltiere ordnet die einzelnen Gegenstände zu.
Typische Fragen aus dem Alltag
„Mein Schlafzimmer ist wärmer als die genannten Werte. Ist das ein Problem?“ Die Quellen nennen etwa 18 °C beziehungsweise 16 bis 18 °C und das Landesamt Bayern eine Obergrenze von ca. 18 °C. Liegt Ihre Temperatur darüber, schauen Sie zuerst auf das Kind: Haut zwischen den Schulterblättern, Schwitzen im Nacken. Ob die Abweichung für Ihr Kind eine Rolle spielt, können wir nicht beurteilen; fragen Sie Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme.
„Das Zimmer ist deutlich kälter.“ Die Quellen warnen vor Überwärmung und nennen Orientierungswerte; zur Frage, was bei deutlich kälteren Räumen gilt, geben die von uns gelesenen Fassungen keine Zahl an. Prüfen Sie auch hier das Kind selbst und wenden Sie sich bei Unsicherheit an Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.
„Draußen ist es heiß.“ Für Hitzeperioden machen die von uns verwendeten Quellen keine eigenen Angaben. Die Grundregeln bleiben: kein Stubenwagen in der direkten Sonne, keine Mütze im Haus, kein Wärmestau durch Zusätze, Kontrolle zwischen den Schulterblättern. Alles Weitere besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme.
„Brauche ich ein Thermometer?“ Nötig ist es nicht, hilfreich ist es. Die Fachstellen nennen Zahlen, und ohne Messgerät lässt sich nicht beurteilen, ob das Schlafzimmer in diesem Bereich liegt. Das Gefühl der Erwachsenen reicht dafür nicht aus.
Wer ein Thermometer sucht, braucht ein einfaches Raumthermometer. Es genügt, wenn Sie die Temperatur ablesen können; zusätzliche Funktionen sind Zugabe und keine Voraussetzung. Weitere Zubehörfragen behandelt die Seite Zubehör für Stubenwagen.
Alle Temperaturangaben in diesem Abschnitt sind Orientierung nach den genannten Fachstellen. Sie ersetzen weder die Beobachtung Ihres Kindes noch den Rat Ihrer Kinderärztin, Ihres Kinderarztes oder Ihrer Hebamme. Wie der Stubenwagen im Ganzen einzurichten ist, steht auf der Seite Stubenwagen einrichten.
Raumthermometer steht in Höhe des Stubenwagens, nicht an Heizung oder Fenster.
Zimmertemperatur liegt im Bereich, den die Fachstellen nennen (etwa 18 °C, höchstens ca. 18 °C bzw. 16 bis 18 °C).
Haut zwischen den Schulterblättern ist warm, nicht verschwitzt.
Keine Mütze im Haus, nicht fest eingewickelt, keine Wärmflasche im Bett.
Stubenwagen steht nicht am Heizkörper, nicht in der Sonne, nicht im Durchzug.
Diese Seite ist eine allgemeine Information nach anerkannten Empfehlungen öffentlicher Stellen und Fachgesellschaften (siehe Quellen). Sie ersetzt weder die Gebrauchs- oder Montageanleitung Ihres Produkts noch die Beratung durch Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme. Im Zweifel gilt die Anleitung des Herstellers; bei Unsicherheit den Stubenwagen nicht benutzen, bis die Frage geklärt ist.