Stand: · Quellen (5) · redaktionell recherchiert, keine Produkttests
- Wann der Stubenwagen nicht mehr geeignet ist, steht in der Gebrauchsanleitung (Gewicht, Alter, Entwicklungsstand); das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt „spätestens sechs Monate“, je nach Größe und Wachstum des Kindes.
- Hinweise auf den Umstieg sind das Erreichen der Herstellergrenze, enger werdende Platzverhältnisse und die Entwicklungsschritte, die die Norm als Ende der vorgesehenen Nutzung beschreibt.
- Danach folgt ein Beistellbett oder Babybett mit passender Matratze; ob Ihr Kind dazu bereit ist, beantwortet Ihre Kinderärztin, Ihr Kinderarzt oder Ihre Hebamme.
Warum „zu klein“ ein eigenes Thema ist
Der Stubenwagen ist für eine kurze Zeit gebaut. Das wissen die meisten Eltern, und trotzdem kommt der Moment, in dem sie unsicher sind: Ist er jetzt schon zu klein, oder geht es noch? Die Frage lässt sich nicht mit einem Monat beantworten, weil Kinder verschieden schnell wachsen und Stubenwagen verschieden gebaut sind. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit schreibt: „Je nachdem, wie groß Ihr Kind ist und wie schnell es wächst, werden Stubenwagen und Wiege nach spätestens sechs Monaten zu klein. Dann ist es Zeit, auf ein Bettchen umzusteigen.“
Die Hintergründe zur Nutzungsdauer haben wir auf der Seite Ab wann und bis wann nutzbar zusammengestellt. Hier geht es um die praktische Seite: woran Sie den Moment im Alltag bemerken und wie der Umstieg gelingt.
Die Zeichen im Alltag
Keines der folgenden Zeichen reicht allein aus; mehrere zusammen sind ein deutliches Signal.
- Das Gewicht oder Alter aus der Anleitung ist erreicht. Das ist das verbindliche Zeichen. Wenn Sie die Angabe nicht finden, fragen Sie den Hersteller.
- Das Kind stößt an. Kopf oder Füße berühren die Enden der Wanne, das Kind liegt eingeengt, oder der Schlafsack, der passt, lässt sich kaum noch einlegen.
- Das Kind richtet sich auf oder versucht es. Die Normbeschreibung nennt als Ende des vorgesehenen Zeitraums, dass das Kind eigenständig sitzen oder sich auf Hände und Knie hochziehen oder hochdrücken kann. Das ist ein Hinweis auf die Nutzungsgrenze, kein Entwicklungsurteil.
- Der Stubenwagen verhält sich anders. Er schwankt mit dem Gewicht, knarzt oder lässt sich schwerer feststellen. Das ist unabhängig von der Größe ein Fall für den Hersteller.
Die Norm für Krippen und Wiegen trägt in der deutschen Fassung den Titel „Kindermöbel – Krippen – Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren“; der Begriff „Stubenwagen“ kommt im Normtitel nicht vor. Die Beschreibung bei DIN Media nennt den vorgesehenen Zeitraum so, wie oben zitiert. Ob Ihr Modell der Norm entspricht, steht ausschließlich in den Angaben des Herstellers.
Wir beurteilen nicht, ob Ihr Kind schon sitzen oder sich aufrichten kann, und sagen auch nicht, wann das geschieht. Solche Fragen gehören zu Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme. Diese Seite hilft Ihnen nur, die Grenzen des Stubenwagens zu erkennen.
Welche Möglichkeiten es danach gibt
Nach dem Stubenwagen kommt ein Bett, das größer ist. Dafür gibt es zwei übliche Wege, die wir im Vergleich der drei Bauformen beschreiben.
Beistellbett: Merkmale
- Steht am Elternbett und wird nach der Montageanleitung angebracht.
- Das Baby hat einen eigenen Schlafplatz in unmittelbarer Nähe der Eltern.
- Setzt ein Elternbett voraus, das laut Anleitung geeignet ist.
Babybett: Merkmale
- Steht frei im Raum und braucht deutlich mehr Fläche im Schlafzimmer.
- Die Nutzungsdauer ist laut Hersteller in der Regel länger.
- Das Bett wird nach der Anleitung des Herstellers eingerichtet; die Matratze kommt dazu.
Die Matratze wechselt mit
Mit dem Bett wechselt die Matratze. Die Matratze des Stubenwagens passt nicht in ein größeres Bett, und das Bundesinstitut rät, sie möglichst gemeinsam mit dem Bett auszusuchen. Die neue Matratze soll fest und eben sein; das Bundesinstitut nennt außerdem, dass sie nicht dicker als zehn Zentimeter sein soll. Wie Sie bei der Passform vorgehen, steht auf der Seite Stubenwagenmatratze: Maße und Passform.
Alle Empfehlungen zur Schlafumgebung gelten im neuen Bett weiter: Rückenlage, nichts Loses, Schlafsack statt Decke. Auch im größeren Bett bleibt es dabei: nichts Loses. Die Seite Nestchen, Kissen, Kuscheltiere erklärt, was auch dort nicht hineingehört.
So gelingt der Umstieg ohne Hektik
Der Wechsel geht am ruhigsten, wenn er vorbereitet ist. Planen Sie das nächste Bett, bevor die Grenze erreicht ist: Lesen Sie die Anleitung des Stubenwagens und notieren Sie die Grenze; entscheiden Sie, ob das nächste Bett am Elternbett oder frei im Raum stehen soll; besorgen Sie Bett und Matratze und bauen Sie sie in Ruhe auf, nach Anleitung und mit Prüfung der Standfestigkeit. Richten Sie das neue Bett genauso ein wie den Stubenwagen: Stubenwagen einrichten nennt die Schritte, die Checkliste in Checkliste vor der ersten Nacht gilt auch hier.
Vergessen Sie nicht den Standort. Das neue Bett steht ebenfalls im Schlafzimmer der Eltern, nicht am Heizkörper, nicht in der Sonne und nicht im Durchzug. Wer vorher den Platz klärt, muss nach dem Aufbau nicht umräumen.
Den Umstieg planen: ein Zeitplan ohne Daten
Weil der Zeitpunkt nicht festliegt, hilft ein Plan, der von Ereignissen ausgeht und nicht von Kalendertagen. Erstens: Lesen Sie früh die Anleitung und notieren Sie die Grenze. Zweitens: Entscheiden Sie, welches Bett folgt, und bestellen Sie es so rechtzeitig, dass es vor der Grenze da ist. Drittens: Bauen Sie es auf, bevor es gebraucht wird, und richten Sie es nach der Checkliste ein. Viertens: Beobachten Sie, ob sich Ihr Kind der Grenze nähert, und besprechen Sie Zweifel mit Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme. Fünftens: Wechseln Sie, wenn die Grenze der Anleitung erreicht ist oder das Kind aus dem vorgesehenen Nutzungszeitraum herausgewachsen ist, ohne die letzten Tage abzuwarten.
Dieser Ablauf macht den Umstieg zur Routine. So wird der Umstieg nicht zum Notfall, in dem eine Notlösung nötig wäre.
Was Sie beim Umstieg nicht tun sollten
Nicht warten, bis es nicht mehr geht. Wer erst handelt, wenn das Kind erkennbar nicht mehr hineinpasst oder die Grenze der Anleitung überschritten ist, muss den Wechsel unter Zeitdruck erledigen. Planen Sie lieber früher.
Nicht improvisieren. Ein Stubenwagen wird nicht durch Kissen, Polster oder zusammengelegte Decken „größer“ gemacht, und die Matratze wird nicht durch Auflagen erweitert. Das Bundesinstitut warnt davor, ein Bett mit weichen oder bauschigen Materialien zu verändern; die BAG schreibt für Reisebetten, es solle nie mehr als eine Matratze benutzt werden.
Nicht ins Elternbett ausweichen, weil das neue Bett fehlt. Fachstellen empfehlen übereinstimmend, dass das Baby im Schlafzimmer der Eltern schläft, aber im eigenen Bett. Wenn das neue Bett noch nicht da ist, ist eine Übergangslösung nach denselben Empfehlungen besser als eine Notlösung. Bei Fragen dazu sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme.
Nicht die Anleitung des alten Bettes auf das neue übertragen. Jedes Bett hat eigene Vorgaben für Matratze, Aufbau und Nutzung. Lesen Sie die neue Anleitung, bevor Sie einrichten.
Was mit dem Stubenwagen passiert
Nach dem Gebrauch bleibt ein Stubenwagen, der wieder gebraucht werden kann: bei Geschwistern, Verwandten oder als Weitergabe. Reinigen Sie ihn nach der Anleitung, lagern Sie ihn trocken, und legen Sie die Anleitung bei. Wer ihn verkauft oder verschenkt, sollte die Anleitung mitgeben und darauf hinweisen, dass die Matratze neu zu kaufen ist, wie es das Bundesinstitut für gebrauchte Betten empfiehlt. Die Checkliste für Käufer steht unter Stubenwagen gebraucht kaufen.
Ich kenne die Grenze aus der Anleitung und habe sie mit meinem Kind verglichen.Anleitung fehlt: Hersteller fragen.
Das nächste Bett ist ausgewählt, aufgebaut und geprüft.
Die Matratze passt zum neuen Bett, liegt fest und rutscht nicht.
Der neue Schlafplatz ist nach denselben Empfehlungen eingerichtet wie der Stubenwagen.
Fragen zur Entwicklung meines Kindes habe ich mit Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme besprochen.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, dass der Stubenwagen zu klein ist?
An der Anleitung (Gewicht, Alter oder Entwicklungsstand), an den Platzverhältnissen im Bett und an dem, was das Kind kann: Die Norm für Krippen und Wiegen beschreibt als vorgesehene Nutzung die Zeit, bis das Kind eigenständig sitzen oder sich auf Hände und Knie hochziehen oder hochdrücken kann.
Kann ich noch ein paar Wochen warten?
Wenn die Grenze aus der Anleitung erreicht ist, nein. Liegt Ihr Kind noch klar darunter, aber Sie merken, dass es eng wird, planen Sie den Wechsel jetzt, damit er nicht plötzlich nötig wird. Bei Unsicherheit fragen Sie den Hersteller.
Was spricht für ein Beistellbett, was für ein Babybett?
Ein Beistellbett steht am Elternbett und braucht eine Anbringung nach Anleitung; ein Babybett braucht mehr Platz im Raum. Der Vergleich der drei Bauformen stellt beides gegenüber.
Muss auch die Matratze gewechselt werden?
In der Regel ja, weil die Matratze des Stubenwagens nicht in ein größeres Bett passt. Die neue Matratze soll fest und eben sein und genau in das neue Bett passen, ohne zu verrutschen.
Diese Seite ist eine allgemeine Information nach anerkannten Empfehlungen öffentlicher Stellen und Fachgesellschaften (siehe Quellen). Sie ersetzt weder die Gebrauchs- oder Montageanleitung Ihres Produkts noch die Beratung durch Kinderärztin, Kinderarzt oder Hebamme. Im Zweifel gilt die Anleitung des Herstellers; bei Unsicherheit den Stubenwagen nicht benutzen, bis die Frage geklärt ist.